Book Talk with … Gunnar Krupp

Einen wunderschönen guten Morgen,

genau heute in einer Woche erscheint „Absacker“ – das erste Buch von Gunnar Krupp, den einige von euch vielleicht schon von seiner Arbeit bei den Rocket Beans oder für das NDR-Format STRG-F.

Obwohl ich mit Videospielen absolut nichts am Hut habe, bin ich großer Fans der Rocket Beans und als Gunnar Krupp bekannt gegeben hat, dass Ende August sein erstes Buch erscheint, war ich direkt Feuer und Flamme. Also habe ich Gunnar über Twitter angeschrieben und einfach mal gefragt, ob er dazu bereit wäre ein paar Interviewfragen zu beantworten.

Heute möchte ich euch also Gunnar Krupp als Autor vorstellen, in diesem Interview soll es vorrangig um den Autor an sich gehen, das Buch werde ich euch nächste Woche vorstellen (ich hoffe meine bestellten Bücher kommen möglichst schnell an, damit ich es schnell lesen kann). 

Ich hab schon immer recht gern geschrieben. Und irgendwann haben Uke und ich angefangen alte Game One Geschichten aufzuschreiben. Das war so 2011. Da haben wir dann relativ viel einfach runter geschrieben. Das darf aber nie veröffentlicht werden. J

Ich hab dann immer die Idee von einem Roman im Kopf gehabt und auch schon mal um 2014 so angefangen. Das hab ich dann aber nie beendet, weil ich mit der Story nicht ganz zufrieden war. Dann lag das alles auf Eis und ich hab erst mal ordentlich Schreibratgeber gelesen, um zu lernen, was eigentlich wichtig ist. Charakterentwicklung, Konflikte und wie ein vernünftiger Handlungsstrang funktioniert. Und mit dem Wissen hab ich dann im April letzten Jahres angefangen bis September jeden Morgen vor der Arbeit zu schreiben. Da war das allerdings alles noch recht entdeckend, so dass ich richtig viel gestrichen, umgeschrieben und hinzugefügt habe. Insgesamt hab ich bestimmt die doppelte Menge an Worten geschrieben, als die, die es letztendlich in den Roman geschafft haben. Aber es war ein toller Lernprozess.

Dass der Roman in die Kerbe schlägt, liegt einfach daran, dass dir überall geraten wird, erst mal über etwas zu schreiben, was man kennt. Da fällt einem der Einstieg leichter. Ich würde es aber wieder genauso machen. Heutzutage ist es natürlich viel schwieriger in den Medien Fuß zu fassen, weil alle Leute Zugriff auf eine Kamera haben. Jeder kann heutzutage mit einem Handy Sachen ausprobieren und hochladen und kriegt direktes Feedback. Aber um nicht weiter abzuschweifen: Ich kann mir einen normalen Bürojob nicht vorstellen und würde es immer wieder machen.

Es gehörte für mich zur täglichen Routine. Der Wecker ging um sieben, ich hab mir einen Kaffee gemacht und an den Laptop gesetzt und erst mal mindestens ne Stunde geschrieben. Es wurde normal. Und wenn ich es mal nicht geschafft habe, verfolgte mich das schlechte Gewissen durch den Tag.

Tatsächlich schreibe ich gerade still und heimlich an einem zweiten Buch. Das steht auch von der Story und ist was völlig anderes. Ich hab auch schon Ideen für Nummer drei, vier und fünf. Aber da muss ich mich selbst bremsen. Vielleicht sollte ich auch erst mal abwarten, ob das erste überhaupt irgendwem gefällt.

Ich nenne mich mal lieber nicht Autor. Noch gibt’s ja nichts. Allerdings – wenn ich mir das aussuchen könnte – würde ich das schon gern ausbauen. Aber da bin ich ja noch längst nicht. Es macht mir aber auf jeden Fall eine Menge Spaß und ich bleibe am Ball.

Oh Gott. Nee. Ich bin auch kein großer Fan davon, alles zu posten. Ich hab kein Instagram und poste auch kaum irgendwelche privaten Sachen. Diese ganze Scheinwelt, die da von vielen aufgebaut wird nervt mich eigentlich nur. Alles ist immer perfekt und super und jeder will sich da übertreffen. Ich schreib dann lieber für mich, als in irgendwelchen Stories mein belangloses Leben zu präsentieren. Das klingt jetzt richtig gemein. Wer Bock drauf hat, soll es gern machen. Aber ich halt mich da ganz gern raus.

Das ich jetzt bei Community Editions das Buch rausbringe ist auch eher durch Zufall so gekommen. Ich war mit Uke letztes Jahr für was ganz anderes auf der Frankfurter Buchmesse und kam mit meiner jetzigen Lektorin über einen gemeinsamen Bekannten ins Gespräch. Dann hab ich ihr den Text geschickt und es hieß: Alles klar, machen wir.

Ich lese viel zu wenig. Deshalb ist mein Schreibstil wohl auch eher unkonventionell. Wie meine Lektorin so schön sagte: „Das ist sehr seltsam geschrieben.“ Sie meinte das aber wohl positiv. Haha. Aber wenn ich es mal schaffe, sind es wohl eher Unterhaltungsromane. Ich fang viele an und bin dann oft nicht zufrieden. Gerade lese ich den Roman „Kress“ von Aljoscha Brell. Der nimmt einen mit in die Gedanken eines verschrobelten, weltfremden Berliners. Das hat schon Loriotesque Züge. Mein Lieblingsbuch ist Tschick. Kennt wohl aber jeder.

Oha. Es ist schon sehr speziell. Wenn man mit der Medienbranche nichts anfangen kann, ist man wohl falsch bei meinem Roman. Außerdem kommen schon ein paar ekelhaft, härtere Szenen vor, die man abkönnen muss. Man darf auch nicht erwarten, dass man große Enthüllungen bekommt. Es ist wirklich alles fiktional. Davor hab ich ein bisschen Angst. Dass da etwas herein interpretiert wird, was nicht da ist und am Ende irgendeiner meiner Bekannten sauer ist.

 

Vielen Dank an Gunnar Krupp, der mir so unglaublich schnell geantwortet hat auf meine Anfrage, dass ich mein Glück kaum fassen konnte.

Ich bin sehr gespannt auf das Buch und freue mich sehr ein Buch von einem Menschen zu lesen, den ich schon seit so langer Zeit im Fernsehen verfolge.

Copright: Community Editions (offizielles Coverfoto)

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