Questions, Quotes und Quatschen – Lesen ist wie Fernsehen im Kopf

Einen wunderschönen guten Abend,

es ist Dienstagabend und es ist endlich wieder Zeit zum Quatschen. Wie immer war die Themenfindung eine Mischung aus gut durchdacht und spontaner Eingabe. Und auch heute muss ich nicht alleine quatschen. Wer noch mehr Gedanken zum heutigen Thema lesen möchte, schaut doch bitte auch bei Sarah vorbei.

Schon seit Jahren begleitet mich der Spruch aus dem Titel und ich gebe es zu, ich liebe es mich immer wieder mit ihm auseinander zu setzen, weil er für mich so gut wie alles ausmacht, was das Lesen bedeutet.

Quelle: www.pixabay.com

 

„Lesen ist wie Fernsehen im Kopf.“

Wie viele von euch wissen bin ich Deutschlehrerin. Und um Deutschlehrerin zu werden musste ich tatsächlich irgendwann mal Germanistik studieren. Das hat in 90% der Fälle nicht viel Spaß gemacht, aber in all den Jahren gab es dann doch Seminare, die mich wirklich geprägt haben – diese Seminare gehörten alle in den Bereich Kinder- und Jugendliteratur (was ein Wunder, oder?). Zum Abschluss meines Studiums musste ich eine Master-Arbeit schreiben (über die Bachelor-Arbeit berichte ich irgendwann mal an anderer Stelle) und das Thema dieser Arbeit war Lesemotivation.

Ich habe eine praktische Masterarbeit geschrieben – denn wie will ich Lesemotivation herbeiführen, ohne mit Kindern zu lesen (ich war damals noch an einer Grundschule). Zu Beginn der Unterrichtsreihe habe ich den Kindern exakt diesen Satz vorgelesen Und dann haben wir gelesen und darüber gesprochen, welche Bilder die Geschichten in den Köpfen hinterlassen haben.

Kinder lassen sich erstaunlich schnell auf diese Art von Experimenten ein und lauschen sie dann gespannt all den bunten Welten, die sich ihnen da offenbaren.

Aber wie sieht das mit uns Erwachsenen aus? Mit den Menschen, die wahrscheinlich schon viele Geschichten gelesen haben? Die schon viele Welten kennen? Und die vor allem in den Problemen der realen Welt verstrickt sind?

Haben wir überhaupt noch Zeit dafür, dass wir uns die Bilder im Kopf selber bauen? Oder ist Fernsehen da nicht viel einfacher? Bunte Weltern in allen Genres werden mir eröffnet und ich muss einfach nur zuschauen.

Während ich über den heutigen Beitrag von „Questions, Quotes und Quatschen“ nachgedacht habe, habe ich auf Pinterest nach passenden Quotes und/ oder Bildern gesucht und dabei ist mir folgende Karikatur in die Hände gefallen:

Grund

Quelle: imgfave.com/popular/page:2?afer=1393366326

 

Grundsätzlich war ich sehr angetan von dieser Karikatur, finde allerdings auch, dass beide Seiten ihre Berechtigung haben.

Lesen ist Fernsehen im Kopf – an keinem anderen Ort der Welt, kannst du selber so frei über gut und böse, Aussehen, Handlungen, etc entscheiden. Jeder Harry Potter Leser hatte vor 20 Jahren einen anderen kleinen, schwarzhaarigen Jungen mit Brille und Narbe vor Augen – bis die Kinofilme kamen und wir auf einmal alle den gleichen Harry im Kopf hatten (und das ist keine Kritik, ich finde die Besetzung in den Potterfilmen ziemlich gut, nur Sirius war in meinem Kopf einfach immer eher ein Kerl, der ein Gesicht hat wie Johnny Depp).

Lesen ist etwas, das Fantasie benötigt, aber auch Fantasie födert, wie nichts anderes auf der Welt. Dabei ist es auch eigentlich vollkommen egal, ob man selber liest, oder sich vorlesen lässt. Das ist auch der Grund, warum meine Grundschüler damals sofort darauf eingegangen sind, als ich ihnen die Aussage vorgelegt habe.

Schaut man sich die Karikatur noch einmal an, kommt der Fernsehschauer eigentlich ziemlich schlecht weg – denn sein Kopf ist leer. Das sehe ich nicht so drastisch. Filme und Serien im Fernsehen sind (oft) große Kunst, sie können einen in die unterschiedlichsten Welten hineinziehen und ich kann mich auch komplett in ihnen zurücklehnen, denn die Anstrengung ist tatsächlich oft geringer als beim Lesen. Deswegen sind definitiv beide Varianten vollkommen legitim. Lesen zur Unterhaltung in meiner ganz eigenen Welt und Fernsehen zur Unterhaltung in einer für den Zuschauer geschaffenen Welt.

Was mich betrifft, ist mein Kopf auch selten leer beim Fernseh gucken, aber ich gestehe, dass ich ganz oft folgende Gedanken beim Schauen habe:

  • gibt es ein Buch zu diesem Film/ dieser Serie?
  • wie würden die Figuren in meinem Kopf aussehen, wenn ich die Geschichte vorher gelesen hätte?
  • finde ich die Buchverfilmung gut?
  • ich muss unbedingt mit xyz über diesen Film/ diese Serie reden

Gerade der letzte Gedanke sorgt in meinen Augen dafür, dass Geschichten nun einmal Geschichten sind, die geschaffen sind, um mich zu unterhalten, traurig zu machen, fröhlich zu machen, mich in jemanden zu verlieben, …

Und genau das erwarte ich von Geschichten – egal ob in Buchform oder als Film.

Und doch bin ich ein großer Verfechter der Aussage „Lesen ist wie Fernsehen im Kopf“, denn dieser Satz ist perfekt um eine Motivation fürs Lesen zu schaffen – und wenn wir mal ehrlich sind – jemanden zum Lesen zu motivieren, sollte die Herzensaufgabe eines jeden leidenschaftlichen Lesers sein!

 

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