Questions, Quotes und Quatschen – Let´s talk about love

Einen wunderschönen guten Abend,

vor fünf Tagen war Valentinstag – ein perfekter Grund um über Liebe zu sprechen. Und da wir uns hier ja über Bücher reden, reden wir natürlich über Liebesgeschichten.

Aber einfach nur über Liebesgeschichten zu reden – das war nicht meine Intention. Wir haben das Thema noch etwas erweitert und ich bin gespannt auf eure Anregungen, Meinungen und Kommentare.

Quelle: www.pixabay.com

 

Ich liebe Liebesgeschichten – das habe ich, glaube ich, auch schon oft genug betont. Liebesgeschichten lesen heißt für mich, in die Welt von zwei Menschen abzutauchen, die sich kennen lernen, sich annähern, sich verlieben, Probleme überwinden müssen – einfach Geschichten über zwei Menschen, bei denen ich mich freue ihren Weg mit ihnen zu gehen.

Und deswegen stellen wir uns heute folgende Frage:

Romance und Gay-Romance – warum werden da so große Unterschiede gemacht? Ist Liebesgeschichte nicht gleich Liebesgeschichte?

In den letzten Monaten ist mir immer wieder aufgefallen, dass Leser/innen gesagt haben, dass sie zwar wirklich gerne Liebesgeschichten lesen, aber mit Gay-Romance absolut nichts anfangen können.

Was ich mich da wirklich frage: Sollte eine Liebesgeschichte nicht losgelöst von Geschlechtern betrachtet werden können?

Ich möchte kurz betonen, dass ich mich nicht aufgrund der momentanen Diskussion um Diversity oder LGTBQ+ oder sonstwas mit dieser Frage auseinandersetze, sondern aus reinem Interesse.

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Für mich liegt der Reiz in Liebesgeschichten in folgenden Punkten: ich möchte Kribbeln spüren, ich will, dass aus Unsicherheit Sicherheit wird, ich will, dass sich zwei Menschen kennen und lieben lernen – ich möchte schlicht und ergreifend ihre Liebesgeschichte einfach miterleben. Und eine gut geschriebene Liebesgeschichte erreicht all diese Gefühle bei mir. Dabei sind folgende Dinge vollkommen egal:

  • Alter: eine Liebesgeschichte für Jugendliche (auch für junge Jugendliche) hat ganz oft unglaublich viel Ehrlichkeit und Authentizität, die dafür sorgen, dass man sich einfach in die Figuren hineinversetzen kann. Unsicherheit ist hier ein ganz großes Thema – ist es okay, dass ich mich verliebe? Was mache ich, wenn das nicht auf Gegenseitigkeit beruht? Was mache ich, wenn es auf Gegenseitigkeit beruht? Eine gute Liebesgeschichte lässt mich all das miterleben.
  • Geschlecht: sich in einander verlieben ist immer gleich – da ist ein Mensch, der in mir etwas auslöst. Vielleicht erst nur ganz leicht, aber irgendwann immer mehr. Man fühlt sich schön und wertvoll bei diesem Menschen, man fühlt sich geliebt und einzigartig.

Und genau deswegen lese ich Liebesgeschichten, weil ich es unglaublich spannend finde den Weg mit zu verfolgen, den zwei Menschen gehen, bis sie tatsächlich ein Liebespaar sind. Es gibt immer Unsicherheit, es gibt immer Zweifel – aber es gibt (fast) immer auch Hoffnung.

Und genau deswegen verstehe ich es nicht, warum man als Leser Unterschiede macht zwischen Romance und Gay-Romance.

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In meinen Augen ist eine Liebesgeschichte gleich eine Liebesgeschichte, denn das Gefühl verliebt zu sein, egal ob glücklich oder unglücklich ist immer gleich. Und um dieses Gefühl mit zu erleben geht es doch schließlich, wenn ich eine Liebesgeschichte lese, oder etwa nicht?

Immer wieder kam in Diskussionen auf Instragram oder Buchblogs die Aussage, dass man sich die Sexszenen nicht vorstellen mag. In dem Fall geht es vorwiegend um schwule Sexszenen. Da frage ich mich, was da eigentlich diskriminierender ist? Dass man keinen homosexuellen Liebesakt lesen will, oder das man nur keinen schwulen Liebesakt lesen will?

Seien wir doch mal ganz ehrlich – Sexszenen in Büchern sind sehr oft sehr grenzwertig. Sie mögen oft gut geschrieben sein, aber wer von uns hat nicht schon einmal die Augen verdreht, oder sich still und heimlich gefragt, ob das so überhaupt schon jemand je so erlebt hat?

Sexszenen sind mir in einer Liebesgeschichte nicht unbedingt wichtig – die Hinführung, die Entwicklung der Gefühle schon. Und da wiederhole ich mich gerne – das Gefühl, wenn ein Mann glücklich in einen Mann verliebt ist, ist das gleiche, wie wenn eine Frau in eine Frau, oder eine Frau in einen Mann verliebt ist. Denn Glück hat nun wirklich kein Geschlecht!

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Ich persönlich finde es schade, dass ein Autor oder ein Leser immer direkt dazu sagt, dass er gerade Gay Romance schreibt/ liest. Wie sollen wir je von einer Ungleichbehandlung wegkommen, wenn wir uns immer wieder Begriffe ausdenken, die diese Ungleichheit hervorheben?

Liebesgeschichte ist Liebesgeschichte. Punkt.

Wir sollten langsam anfangen Liebe als das zu sehen, was sie ist – das schönste Gefühl der Welt, für jeden gleich, der es fühlt, ganz egal für wen er es fühlt!

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